Bad Bentheim bleibt Fairtrade-Stadt


Bad Bentheim erfüllt weiterhin alle fünf Kriterien der Fairtrade-Towns Kampagne (https://www.fairtrade-towns.de/kampagne). Dabei handelt es sich um den grundlegenden Ratsbeschluss, den Fortbestand einer Steuerungsgruppe, das örtliche Angebot fair gehandelter Produkte, Bildungsaktivitäten und Öffentlichkeitsarbeit. So ist die Stadt berechtigt, für weitere zwei Jahre den Titel „Fairtrade-Stadt“ zu tragen. Diese Auszeichnung wurde ihr erstmalig im Jahr 2019 durch TransFair e.V. verliehen. Seitdem baut die Stadt gemeinsam mit der Nachhaltigkeitsgruppe ihr Engagement kontinuierlich aus.

Bürgermeister Dr. Volker Pannen freut sich über die Verlängerung des Titels: „Das Bewusstsein für die Bedeutung des fairen Handels als eines wichtigen Teils unserer örtlichen Verantwortung für Lebensbedingungen in fernen Ländern ist stark gewachsen. Und damit einher geht die selbstkritische Überprüfung auch anderer Verhaltensweisen vor Ort.“ Bürgermeister und Stadtrat werden in diesem Vorhaben unterstützt durch Olesa Schleicher-Deis, Koordinatorin kommunaler Entwicklungspolitik. Sie organisiert gemeinsam mit der Bad Bentheimer Nachhaltigkeitsgruppe vielfältige Aktivitäten. So werden in Geschäften und gastronomischen Betrieben mittlerweile wie selbstverständlich Produkte aus fairem Handel angeboten, gezielte Bildungsangebote verbreiten den Gedanken des fairen Handels, und die lokalen Medien berichten über alle Aktivitäten vor Ort.

Unvergessen sind die Street-Cooking-Aktion auf dem Wochenmarkt oder der lustige „Banana-Fairday“ mit Realschülern als Botschaftern des fairen Handels. Heißer Kakao mit Milch von einem Bad Bentheimer Bauernhof und fair gehandelter Schokolade dürfen auf den Gildehauser Weihnachtsmärkten nicht mehr fehlen. Aber damit nicht genug: „Fair-Flowers-Aktionen“ bereicherten Veranstaltungen zu den internationalen Weltfrauentagen 2019 und 2020. Auch eine Kleidertauschparty, „Faire Regio-Touren“, eine Ausstellung mit stimmiger Poetry-Slam-Einlage des Bad Bentheimer Florian Wintels, die Verkostung von fair gehandeltem Wein beim herbstlichen Wein & Wandern, die Dorfladen-Initiative, eine Kaffeeverkostung und ein faires Frühstück mit Landrat Uwe Fietzek sowie diverse Filmabende zeugen von den beeindruckenden Aktivitäten der Nachhaltigkeitsgruppe.

Auch wenn diese Engagement derzeit pandemiebedingt gebremst wird: Der Verkauf von Fairtrade-Produkten aus dem „Bollerwagen“ der katholischen Kirchengemeinde, das faire Angebot im Bioladen “Kornmühle“ oder der Ausschank fair gehandelten Kaffees im Badepark Bentheim sind nicht mehr wegzudenken. Zudem wird aktuell an einer Online-Plattform gearbeitet, die diese und viele andere Verkaufsorte für fair gehandelte Produkte zeitnah für die Verbraucher sichtbar machen soll. Zu dieser Online-Variante entsteht parallel ein öko-fairer Einkaufsleitfaden, der „FAiRführer“, als Flyer. Und die Beschäftigten der Tourist-Information nahmen wie selbstverständlich den fairen Handel in ihre jüngste Imagebroschüre auf!

Auch die ortsansässigen Vereine, Schulen, Kindergärten und Kirchen leisten einen Beitrag. So wurde beispielsweise die katholische Kirchengemeinde mit dem Titel „Faire Gemeinde“ ausgezeichnet. Der intensive Austausch zwischen Schulen und Stadt über engagierte Lehrer*innen und Schulsozialarbeiter*innen soll im Sommer 2021 eine erste Nachhaltigkeitswoche zur Folge haben. Eines steht schon jetzt fest: In ihr werden auch Themen des fairen Handels eine wichtige Rolle spielen.

Die Stadt hat in ihrer Vorbildfunktion die öko-faire Beschaffung mittlerweilestrukturell verankert: in zwei Ratsbeschlüssen bekennt sie sich zur Berücksichtigung sozialer Kriterien in der Beschaffung von Waren und Dienstleistungen. Eine Innenverfügung verschriftlicht die verwaltungsinterne Umsetzung dieser Beschlüsse. Das Wissen über die öko-faire Beschaffung haben die Beschäftigten im Rahmen von Workshops vermittelt bekommen. Produkte wie Kaffee, Tee, Orangensaft, Blumen, Textilien und Natursteine werden in Bad Bentheim fair beschafft. Ebenso werden weitere Produktgruppen wie Reinigungsmittel, Büromaterial oder Büromöbel aus ressourcenschonender Herstellung eingekauft.

Für die nächsten zwei Jahre geplant sind z. B. die Ausstellung „Fit for Fair“, neben der bereits erwähnten Nachhaltigkeitswoche eine weitere „Faire Fahrradtour“ anlässlich des siebten Bad Bentheimer Stadtradelns und Vernetzungstreffen mit regionalen Akteuren. Ferner soll die Zusammenarbeit mit örtlichen Unternehmen, Vereinen und Bildungsträgern verstärkt werden. So sind Fragen der fairen Beschaffung wichtiger Bestandteil des für den Sommer 2021 geplanten Wettbewerbs „Nachhaltiges Unternehmen“.

„Wir verstehen die wiederholte Auszeichnung zur Fairtrade-Stadt als Aufforderung zu weiterführendem Engagement“, sagt Meike Werner als Sprecherin stellvertretend für die Mitglieder der Bad Bentheimer Nachhaltigkeitsgruppe.

Ansprechpartnerin:

Olesa Schleicher-Deis, M. Sc.
T: 05922 73-72
E: schleicher-deis(at)stadt-badbentheim.de

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