Bad Bentheim gewinnt fünften Platz beim Wettbewerb „Hauptstadt des Fairen Handels 2021“


Bad Bentheim holt beim Wettbewerb „Hauptstadt des Fairen Handels“ den mit 20.000 Euro dotierten fünften Platz. Insgesamt 118 Kommunen nahmen in diesem Jahr am Wettbewerb teil. Zum ersten Mal sind Kommunen aus allen 16 Bundesländern dabei. Der Wettbewerb fand in diesem Jahr zum zehnten Mal statt.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller: „Das Zentrum des fairen Handels liegt in Franken! Mein herzlicher Glückwunsch gilt allen Gewinnern, insbesondere Fürth, der neuen Hauptstadt des Fairen Handels! 118 Städte, Landkreise und Gemeinden haben sich beworben, so viele wie noch nie! Sie alle gehen voran, nachhaltige öffentliche Beschaffung und fairen Handel spürbar voranzubringen. Das ist großartig! Mein besonderer Dank geht an alle Menschen in der Zivilgesellschaft, der Kommunalpolitik, den Kirchen, Schulen und Verwaltungen, die sich tagtäglich für eine gerechte Globalisierung einsetzen.“ „Nachhaltige Beschaffung muss in allen Kommunen und staatlichen Betrieben Standard werden“, so Schirmherr Gerd Müller weiter. „Das Beschaffungsvolumen von Bund, Ländern und Kommunen ist enorm: 500 Milliarden Euro pro Jahr. Das ist ein gewaltiger Hebel, den wir nutzen müssen für nachhaltige Lieferketten. Der Bund erfüllt hier seine selbst gesetzten Ziele nicht. Das muss sich ändern. Deswegen müssen Bund, Länder und Kommunen jetzt Ernst machen und bis 2030 eine 100% nachhaltige Beschaffungsquote erreichen. Ein jährlicher Fortschrittbericht und ein Nachhaltigkeitsbeauftragter bei Bund, Länder und Kommunen sollte die Umsetzung begleiten.“

Die Preisverleihung fand heute, 23. September 2021, 18 Uhr bei der bisherigen Titelträgerin Neumarkt in der Oberpfalz statt. Parallel wurde die Veranstaltung auf YouTube übertragen

Die Sieger und ihre Preisgelder

  1. Platz: Fürth (60.000 Euro)
  2. Platz: Köln (50.000 Euro)
  3. Platz: Landkreis Fürth (40.000 Euro)
  4. Platz: Berlin (30.000 Euro)
  5. Platz: Bad Bentheim (20.000 Euro)

 Weitere Sonderpreise mit je 10.000 Euro dotiert gingen an Saarbrücken, Solingen, Freiberg, Schweinfurt und gemeinsam an Leipzig und Markkleeberg.

"Die Bewerbungen überzeugten 2021 nicht nur durch Masse, sondern auch durch Inhalte: Trotz der Corona-Pandemie fanden Kommunen und Zivilgesellschaft Mittel und Wege, um auf fairen Handel hinzuweisen und faire Beschaffung zu fördern. Damit zeigten sie Solidarität mit den vielen Produzentinnen und Produzenten im Globalen Süden", so Richard Klasen von Engagement Global. "Ebenfalls erfreulich ist, dass erstmals Kommunen aus allen 16 Bundesländern teilgenommen haben. Die erstmalige Zulassung von Landkreisen war die richtige Entscheidung: Vorzeige-Landkreise wie Fürth beweisen, dass auch immer mehr Landkreise für faire Handelsbeziehungen einstehen."

Aus der Laudatio von Dr. Jens Kreuter (Hauptgeschäftsführer Engagement Global):

„Die 15.000 Einwohnerstadt überzeugte die Jury zum einen mit ihren vielfältigen, strukturellen Maßnahmen, und zum anderen mit ihren vielen kreativen Aktionen. So gelang es etwa der Stadt zusammen mit zivilgesellschaftlichen Akteuren, das Thema Fairtrade zu ganz unterschiedlichen Anlässen wie dem hiesigen Weinfest, dem alljährlichen Klimafasten oder zur Landratswahl zu platzieren. So wurde zum einen eine breite Öffentlichkeit, aber auch politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger erreicht.

Dabei geht Bad Bentheim selbst mit gutem Beispiel voran: Für eine Kleinstadt ungewöhnlich breit aufgestellt zeigt sich der Kurort bei seiner fair ausgerichteten Beschaffungspraxis: Natursteine, Textilien, IT, Büromaterial und Lebensmittel werden oder sollen fair beschafft werden. Auffallend und auszeichnungswürdig ist auch die gelungene Verbindung von Fairem Handel mit anderen nachhaltigen Themen wie Klimaschutz, Menschenrechten oder sozialen Fragen. Auch eine eigene Personalstelle für kommunale Entwicklungspolitik ist seit 2018 vorhanden.

Ein besonderes Anliegen ist Bad Bentheim das Thema Kinderarbeit, das die Kommune unter anderem zusammenmit dem ortsansässigen Verein „Zukunft entwickeln“ am Beispiel Teppichproduktion in Nepal und Indien verfolgt. Kinder und Jugendliche hat die Stadt auch bei seinem Fairen Jugendhaus oder mit eigenen Nachhaltigkeitswochen im Blick.“

 

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