Ein Baum für die Liebe


Vier Paare, einmal 25, einmal 40, einmal 50 und einmal 60 Jahre verheiratet. Sie alle haben heute durch ihren Hochzeitbaum ihr Miteinander, eine Verbindung zur Stadt und eine solche zur Natur zum Ausdruck gebracht.

Mit dabei war, neben den Kollegen und mir, und erst zum zweiten Mal, ein neuer Text, der mir passend erscheint, aus dem "Anderen Advent" (s. https://www.anderezeiten.de/aktionen/initiativen-zum-kirchenjahr/advent/der-andere-advent/):

Kleine Geheimnisse (von Frederik Backman)

Jemanden zu lieben ist, als würde man in ein Haus einziehen.

Am Anfang verliebt man sich in all das Fremde, man ist jeden Morgen aufs Neue erstaunt, dass es plötzlich zu einem gehört, und hat ständig Angst, jemand könnte hereinstürmen und sagen, ihm sei da ein grober Fehler unterlaufen, und es sei gar nicht vorgesehen gewesen, dass man so ein schönes Zuhause bekommt.

Aber mit den Jahren bröckelt die Fassade, das Holz reißt hier und da auf, und man fängt an, die Macken an diesem Haus zu lieben. Da kennt man bereits alle verborgenen Ecken und Winkel. Man weiß, was man tun muss, damit der Schlüssel nicht im Schloss stecken bleibt, wenn es draußen kalt wird. Welche Dielen etwas nachgeben, wenn man darauftritt, und wie man die Kleiderschranktüren so öffnet, dass sie nicht knarren. Und das sind all die kleinen Geheimnisse, die es eben genau zu deinem Zuhause machen.

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