Im Bild von links nach rechts, sitzend: Reinhold und Agnes Heitz, Marlies Möller, Helmut Bruns, Anja Deters und Volker Nordholt vom Servicebetrieb sowie stehend Bürgermeister Dr. Volker Pannen.

„Wunderbarer“ neuer Aufenthaltsort in Bad Bentheims Stadtmitte


„Wunderbar!“ Das war das erste Wort von Marlies Möller, als sie heute Morgen nach ihrer Meinung zur neuen Bank unter der Hängebuche in Bad Bentheims Stadtmitte gefragt wurde.

Als Bewohnerin der angrenzenden Wohnanlage „An der Alten Feuerwehr“ hatte sie im vergangenen Jahr beobachtet, wie im August aus dem riesigen Baum plötzlich einer der bis zum Boden reichenden, gewaltigen und durch ein Seilsystem bereits seit vielen Jahren gesicherten Äste herausgebrochen war. Dieser „Hilferuf“, der extremen Trockenheit der Sommer der Jahre 2018 und 2019 geschuldet, ließ den Servicebetrieb der Stadt umgehend handeln: Sämtliche Äste wurden weit zurückgeschnitten und der so entlastete Baum regelmäßig gewässert. Nebeneffekt Gesundung des Baums: Unter der immer noch mächtigen  Baumkrone war ein ansehnlicher, bis dahin verborgener und schattiger Platz entstanden, mitten zwischen dem Trompetenbaum, der 2018 für Schlagzeilen gesorgt hatte, und der Königslinde, mit dem die Bad Bentheimer Bevölkerung 2013 den Thronwechsel in den Niederlanden gefeiert hatten.

Der so entstandene Freiraum in zentralster Lage der Stadt ließ Nachbarin Marlies Möller keine Ruhe. Sie machte sich auf den Weg in die Sprechstunde des Bürgermeisters im nahen Rathaus. Dort trug sie ihre Idee vor: „Unter diesen Baum gehört eine Sitzbank.“ - Nach einem nicht ablehnenden, aber zurückhaltenden „Wir schauen mal.“ von Volker Pannen geschah erst einmal nichts.

Marlies Möller erinnerte mehrmals charmant, aber nach Monaten ohne sichtbare Veränderungen hatte sie schon jede Hoffnung aufgegeben. Da erreichte sie in der vergangenen Woche die Nachricht, dass die Wunschbank gebaut worden war, in Kürze montiert werde und Bürgermeister Pannen sie herzlich zum gemeinsamen Pressetermin einlade.

Was war geschehen? Volker Pannen hatte den Wunsch an den städtischen Servicebetrieb weitergeleitet. Dort hatte sich Tischlermeister Volker Nordholt spontan bereiterklärt, die Bank mit immerhin ca. elf Metern Umfang zu planen und zu bauen. Und Forstbetrieb Heitz aus Ochtrup, für die Stadt Bad Bentheim seit Jahren bei Baumrückschnitten aktiv, erklärte sich den Verantwortlichen des Servicebetriebs Anja Deters und Helmut Bruns sowie Helmut Egbers als Verantwortlichen Baumkontrolleur der Stadt gegenüber spontan zu einer Spende bereit: An der benachbarten Straße Am Wasserturm hatten große Eichen gefällt werden müssen. Deren Holz sollte in der Stadt verbleiben und wurde in eigenen kleinen Sägewerk für die Verarbeitung im städtischen Servicebetrieb vorbereitet.

Wen wundert es da noch, dass heute Morgen auf der Bank unter der Hängebuche „um die Wette gestrahlt“ wurde?

nach oben