Kommunen, Verbände und niederländische Partner gründen die Hochwasserpartnerschaft Vechte
Mit der feierlichen Unterzeichnung der Gründungsurkunde wurde am Donnerstag, 20. August 2026, im Soziokulturellen Zentrum ska in Neuenhaus die Hochwasserpartnerschaft Vechte offiziell gegründet. Mehr als 20 Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen, Landkreisen, Wasserverbänden, Fachbehörden sowie der niederländischen Waterschap Vechtstromen bekannten sich damit zu einer langfristigen Zusammenarbeit für einen integrierten Hochwasserschutz im gesamten Einzugsgebiet der Vechte. Gemeinsam wollen sie Hochwasservorsorge, Klimaanpassung und grenzüberschreitendes Wassermanagement künftig noch enger miteinander verzahnen.
Mit der neuen Partnerschaft entsteht ein dauerhaftes Netzwerk, das den Erfahrungsaustausch stärkt, Maßnahmen koordiniert und gemeinsame Strategien für einen nachhaltigen Umgang mit Wasser entwickelt. Mögliche Themen und Aufgaben einer Partnerschaft sind beispielsweise die Erarbeitung eines integrierten Hochwasserschutzkonzeptes, die Optimierung bestehender Schutzanlagen, die Verbesserung der Eigenvorsorge sowie die stärkere Vernetzung aller beteiligten Akteure entlang der Vechte und ihrer Nebengewässer von der Quelle bis über die deutsch-niederländische Grenze hinweg.
Ansgar Duling, Samtgemeindebürgermeister der Samtgemeinde Emlichheim und Träger des ersten gemeinsamen Projektes, sieht in der Hochwasserpartnerschaft einen entscheidenden Schritt für die Region. Die zunehmenden Herausforderungen durch Hochwasser und den Klimawandel machten deutlich, dass interkommunale Lösungen erforderlich sind.
„Mit der Hochwasserpartnerschaft schaffen wir keine neue Institution, sondern eine neue Qualität der Zusammenarbeit. Wasser macht nicht an Gemeindegrenzen halt. Deshalb müssen auch wir über Grenzen hinweg denken und handeln. Gemeinsam können wir unsere Region resilienter und zukunftsfähiger machen."
Dass die Gründungsversammlung in Neuenhaus stattfand, sei ein bewusstes Zeichen für den regionalen Zusammenhalt, betonte Günter Oldekamp, Samtgemeindebürgermeister der Samtgemeinde Neuenhaus. Die Vechte verbinde die Menschen und Kommunen im gesamten Einzugsgebiet und schaffe zugleich eine gemeinsame Verantwortung:
„Heute setzen wir ein sichtbares Zeichen für Verantwortung und Solidarität in unserer Region. Die Vechte verbindet unsere Kommunen. Künftig verbindet uns auch eine noch engere Zusammenarbeit beim Schutz unserer Bürgerinnen und Bürger."
Auch der Landkreis Grafschaft Bentheim misst der neuen Partnerschaft eine große strategische Bedeutung bei. Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre gelte es nun, vorhandene Kompetenzen besser zu bündeln und Maßnahmen gemeinsam voranzubringen. Sandra Cichon, Erste Kreisrätin des Landkreises Grafschaft Bentheim, erklärte:
„Die Herausforderungen des Klimawandels können wir nur gemeinsam bewältigen. Die Hochwasserpartnerschaft bündelt Kompetenzen, schafft verlässliche Strukturen und bildet die Grundlage für abgestimmte Investitionen in einen wirksamen und nachhaltigen Hochwasserschutz."
Ein besonderes Merkmal der Hochwasserpartnerschaft ist ihre grenzüberschreitende Ausrichtung. Denn die Vechte endet nicht an Länder- und Staatsgrenzen, ebenso wenig wie Hochwasserereignisse. Die enge Zusammenarbeit mit den nordrhein-westfälischen und niederländischen Partnern sei deshalb ein wesentlicher Erfolgsfaktor, betonte Prof. Dr. Stefan Kuks, Watergraaf der Waterschap Vechtstromen:
„Die Vechte verbindet Deutschland und die Niederlande. Hochwasserschutz endet deshalb nicht an der Staatsgrenze. Mit dieser Partnerschaft stärken wir das gegenseitige Vertrauen und schaffen die Grundlage, um auch zukünftige Herausforderungen gemeinsam erfolgreich zu meistern."
Die Gründungsversammlung der Hochwasserpartnerschaft Vechte mit feierlicher Unterzeichnung der Gründungsurkunde bot den Teilnehmenden die Gelegenheit zum fachlichen Austausch über die nächsten Schritte der Zusammenarbeit. Unterstützt wird die Hochwasserpartnerschaft durch das Hochwasserkompetenzzentrum des NLWKN und die Kommunale Umwelt-AktioN (UAN). Gemeinsam sollen bestehende Planungen gebündelt, Maßnahmen priorisiert und Fördermöglichkeiten genutzt werden, um den Hochwasserschutz entlang der Vechte langfristig weiterzuentwickeln.