Schließung Paulinenkrankenhaus
Da musste ich erst „eine Nacht drüber schlafen“..., so Bürgermeister Dr. Pannen:
Das Paulinenkrankenhaus, „unsere Pauline“, soll nach 138 (!) Jahren zum Jahresende geschlossen werden.
Immerhin: Die Praxen bleiben vor Ort. Ein Ärztehaus wird (weiter) geplant (s. Presseinformation der Mathias-Stiftung).
Geahnt hatten wir schon, dass es irgendwann so weit kommen würde:
Operationen fanden wegen der in Bad Bentheim fehlenden Intensivstation schon seit Jahren oft in Rheine statt. Die sehr geringe Bettenzahl lässt auch mich als Außenstehenden die Pauline selbst als eine bloße Fachabteilung des Mathias-Spitals unwirtschaftlich erscheinen. Und vor allem: Hüft- und Kniegelenksoperationen stehen bei der aktuellen Krankenhausreform extrem unter Druck. Heißt: Die Kapazitäten müssen reduziert und konzentriert werden.
Trotzdem sind wir traurig. Denn:
Das Paulinenkrankenhaus und alle in ihm nach wie vor Tag für Tag tätigen Kräfte genossen bei den Patientinnen und Patienten nicht nur wegen der hervorragenden medizinischen Leistungen einen sehr guten Ruf. Und ich weiß darum, wie sehr nicht nur mein Kollege Heinz-Gerd Jürriens, sondern viele Vertreter der örtlichen Kirchengemeinden vor ihm, namentlich vor allem Günter Tangenberg und Helmut Müller, sich für den Erhalt und die positive Entwicklung der „Pauline“ eingesetzt hatten und haben.
Hinzu kommt: Auch das Land hatte uns vor zehn Jahren Hoffnungen gemacht (s. Fotos). Für den teilweisen Neubau der Klinik waren Fördermittel in Millionenhöhe zugesagt worden. Und: Die Mathias-Stiftung wollte investieren, erwarb dafür sogar mehrere Einfamilienhäuser am Sligtmerskamp. Gemeinsam mit der seinerzeitigen Sozialministerin Cornelia Rundt, die sich aus diesem Anlass in das Goldene Buch der Stadt eintrug, sahen wir im April 2014 auf die Pläne und auf das Baufeld. Der Stadtrat hatte es nach den Wünschen der Mathias-Stiftung überplant und so bereits die Weichen für eine Großinvestition gestellt.
Alleine: Die Übernahme des Paulinenkrankenhauses wie die dann gemeinsam ermöglichte Investition in seine Weiterentwicklung und die der Ministerin im April 2014 in der Kapelle stolz präsentierten Baupläne (s. Foto) waren Teil einer bewussten und vor allen Dingen strategischen Überlegung des Vorgängers des heutigen Geschäftsführers... Und dabei blieb es dann nach seinem Ausscheiden auch, leider.
Wie dem auch sei:
Wir (Stadt) danken allen, die sich in der Vergangenheit für das Paulinenkrankenhaus eingesetzt haben und auch denjenigen, die das nach wie vor täglich tun. Ihr seid toll!
Und wir versprechen, unverändert mit voller Kraft an der Weiterentwicklung des „Gesundheitsstandortes Paulinenkrankenhaus“ mitzuarbeiten. Konkret möchten wir, dass es eine gute Nachfolgelösung für das Akutkrankenhaus gibt. Da unterstützen wir die Verantwortlichen der Mathias-Stiftung als Grundstückseigentümerin jederzeit gerne!